Mittwoch, 24. September 2008

Listen up, your king is speaking...

Geneigter Leser, hochverehrte Leserin
Die Zeit sie verfliegt ach so schnell wenn man Spaß hat und Spaß haben wir hier unten, bei unseren lieben, wilden Freunden jede Menge. Nicht nur weil wir hier unten wie Könige oder gar Götter (ok, a wengal übertrieben) behandelt werden, auch weil wir allerhand lustiges unternehmen.

So waren wir u.a. im absolut grottenhäßlichen Städtchen Agra um uns das wunderschöne, wahrlich imposante Taj Mahal nebst Fort Agra anzuschauen. Beides sehr gut, könnte mir recht gut vorstellen, mir so ein schnuckeliges Mausoleum in mein Gärtlechen zu stellen oder nen geräumigen Harem mein eigen zu nennen (natürlich nur für unsere Enten, Eseln und Giraffen Schnucki).

Nächste Station war dann die lauschige Wüstenstadt Jaipur, auch bekannt als rosa Stadt. Rosa nicht etwa auf Grund der sexuellen Orientierung ihrer Einwohner, sondern auf Grund des Umstandes, das rosa in Indien die Farbe der Gastfreundschaft ist und der hiesige Maharatscha anno 18 irgendwas die gesamte Stadt rosa anpinseln lies. Anlass dazu war die Begrüßung der überaus freundlichen Briten, die den Maharatscha kurz darauf entmachteten.
Sehenswert in Jaipur ist u.a. der Palast der Winde, der eigendlich nur aus einer imposanten, aber innen hohlen Fassade besteht, sowie die Forts die auf den Hügeln rings um die Stadt thronen. Alles sehr nett.
Citylife in Jaipur war auch durchaus ansprechend, hatten das Glück irgendeiner Hinduprozession, bei der es (so glaub ich) um Bananen und Lärm ging beizuwohnen, weiters wurden wir zu einer Hochzeit eingeladen (alles Wahnsinnige, hunderte Leute, Essen, Bühne, Pferde, 90'er Techno in voller Lautstärke aber kein Bier weit und breit), war sehr spannend.

Wir, dass sind übrigens nicht mehr nur Eva, Loraine und meine Wenigkeit sondern mittlerweile noch fünf weitere Franzaken, die teils schwer in Ordnung, teils etwas anstrengend sind.

Was noch? Seit letzter Woche sind wir jetzt offiziell fleißige Studenten. Studieren in Indien ist anders. Benotung erfolgt nur sekundär nach Leistung, der primäre Faktor zur Erlangung einer guten Note ist die Lautstärke und das Stimmvolumen des eigenen Sprachorgans.
Praktisch schaut das dann so aus: Der Professor (mit "Sir" anreden nicht vergessen) spricht ein - zwei Sätze, diese werden dann zum Anlass genommen wild herumzuschreien und ein wahres Feuerwerk überflüssiger Allgemeinplätze Richtung Professor zu schleudern. 20 Minuten später spricht der Prof. wieder ein - zwei Sätzchen und das Spiel startet von vorn.

Haben uns mittlerweile einigermaßen an unsre Hostels gewöhnt, sprich das hineinschmuggeln von Alkohol, Zigaretten und Fleisch (ja, Fleisch in jeglicher Form ist auch verboten) ist kein Problem mehr. Hab mich mit dem Hostelmanager angefreundet und hab mittlerweile sogar das Privileg, das Hostel nach 22h zu verlassen... huuuuuh. Der Nachteil an dem Ganzen ist das mittlerweile das ganze Hostel meine Zimmernummer kennt, und jeder Inder, dem es nach Zigarretten, Alkohol oder intercultural exchange lüstet, dieses auch aufsucht. Zumindest bei mir ist das so, Eva hat leider die Arschkarte gezogen und hockt mit drei Franzakinen in einer für indische Verhältnisse fast schon als luxuriös zu bezeichnenten Unterkunft fest, hat dafür aber keine Pardi nich.

Morgen gehts auf nach Jaisalmer, noch ne Wüstenstadt mit ganz vielen Kamelen und einem speziellen Kräutertrunk, der sehr bös sein soll. Werd ma mal sehn, hab mit einem lieben indischen Freund gewettet, das es mich nicht umhaut, nächste Woche wissen wir mehr.

2 Dinge möcht ich noch anmerken:
1. Allen die keine Email von mir kriegen, sorry aber das Internet bei mir is so arschlangsam, die E-mailschreiberei nervlich einfach nicht druckbar is.
2. Wie immer möchte ich alle "Rechtschreibfehler" als durchaus gewollte, stilistische Komponente meines sprachlichen Ausdrucks verstanden wissen.

Mittwoch, 10. September 2008

Delhi und noch viele andere wunderliche Dinge....

Jetzt sind schon wieder ein paar Tage vergangen...nach der Ankunft haben wir uns eigentlich nur ein bisschen in Noida umgeschaut- in der Shopping Mall - Great India Place - und haben verblüfft festgestellt, dass westliche Kleidung zB fast gleich teuer wie bei uns ist... also werden wir uns in Zukunft von großen klimatisierten Shopping Malls fernhalten und die Markets bevorzugen.

In Delhi waren wir bis dato zweimal, beim ersten Mal in Begleitung eines charmanten indischen Taxifahrers, den wir für den ganzen Tag gebucht haben. Anfangs war er noch reserviert, irgendwie wollte er nicht mit uns reden und uns auch nicht seinen Namen verraten - weil er ja "nur" der Fahrer von uns ist, doch langsam taute er auf und dann wurden wir ihn auch nicht mehr los. Bezahlt haben wir im Endeffekt für den ganzen Tag Fahrt + Essen + Parkplatzgebühren + eine Flasche Wodka und eine Flasche Bier (als kleines I-Tupferl des Tages) Was dann darin resultierte, den ganzen Abend und auch den ganzen nächsten Tag Anrufe zu bekommen, wann wir denn wieder mit ihm fahren möchten :o) Wir müssen aufhören, einfach zuuuu nett zu sein.....

An diesen Tag haben wir uns Swominarayanya Temple AksherDham, Humayun´s Tomb, Lodi Garden und den Lotus Temple angeschaut.. alles sehr beeindruckend... Siehe Fotos in unserer Galerie...

Unser zweiter Delhi Trip war dann schon doch interessanter - Puneet, ein netter indischer Student der auch in Graz sein Auslandssemester absolviert hat, wollte uns unbedingt auch ein bisschen was von Indien zeigen: erster Stopp: sein Zuhause am Weg nach Delhi...und wie man es auch aus Reiseführern lesen kann: Für Inder sind Gäste nicht Könige, sondern Art Götter - Die Mama von Puneet hat uns mit Leckereien verwöhnt und hätte am Liebsten noch ein ganzes Menü für uns gezaubert.... und obwohl kein einziges Wort gewechselt wurde - wir spürten wie sie es meinte.... nach dieser warmherzigen Begegnung ging es auf ein paar Markets und ich habe es doch ein bisschen ausgenützt einen Inder bei uns zu haben - Touristen werden ansonst einfach nur gerne augenommen... und so konnte uns das nicht passieren - jede kleine "negotiation" führte doch immer zum gewünschten Ziel....

Nun aber zum Highlight bis dato: der Besuch eines Sikh Tempel - Bangla Sahib Gurudwara -
Connaught Place - ein sehr spiritueller Ort - Meditation, Beten, inspirierende Musik, im heiligen Wasser baden - Sikhs dürfen ihre Haare nie schneiden und bedecken diese meist mit einem Tuch (Turban ähnlich) - auch wir mussten im Tempel die Haare bedeckt tragen - es war sehr beeindruckend zu sehen wie gläubig diese Gemeinschaft ist und es auch offenherzig zeigt.
Mehr Infos wenns euch interessiert: http://de.wikipedia.org/wiki/Sikhismus
Die Uni startet erst am 14. September, hatten heute unsere Orientation, und sind doch a bisserl anzipft, weil halt ohne Regeln und Verbote in Indien gar nichts geht: unser Favorit auf der Liste der Hostel Rules and Regulations:
Employment of a private servant is not allowed in the hostel -Pech gehabt lieber Jakob!! Und da unser Stundenplan auch nicht so gerade rosig ausschaut, werden wir uns wohl doch an diese Regeln gewöhnen müssen....
In den nächsten Tagen ziehts uns nach Agra zum Taj Mahal und ins goldene Rajastan, wo wir auch sicher einen Elephanten Ritt nicht ausschliessen werden...mehr dazu wird euch dann wieder mein lieber Kollege Jakob berichten....

Sonntag, 7. September 2008

first impressions...

Ein herzliches Namaste aus dem wunderschoenen Noida. Wunderschoen zumindest fuer den jenigen, der halbfertiggebaute, dreckige, staubige Industriebezirke ohne JEGLICHE Infrastruktur geil findet.
Eva und und ich wohnen (hausen?), hier in so genannten hostel, Eva bei den Maedchen direkt am Campus, ich im Boys Hostel, ca. 3km von der Uni entfernt.
Das Hostel is voll laessig, man darf halt nicht rauchen, trinken, nach 22h heimkommen oder auf die wahnwitzige Idee kommen bei 35 Grad kurze Hosen tragen zu wollen, wenn man essen geht.
Aber genug geraunzt, es gebt natuerlich auch hier nicht ganz so schlechtes. Die Inder zum Beispiel. Habe seit meiner Ankunft in Noida ca. 100x Haende geschuettelt und erzaehlt das ich aus Austria komm, wobei ich ungefaehr gleichoft erklaert hab, dass sich dieses Austria in Europa befindet (Austria you know, thats where Hitler came from). Habe mir natuerlich durch meine charmante Art schon viele Freunde gemacht und mit ein paar Indern Biertschi und Whisky verkostet. ("Regeln und Knochen gehoeren gebrochen" Chrissemann 2007). War ganz lustig, vor allem weil die Burschen weniger vertragen als durchschnittliche Volksschueler unserer Breiten.
Gestern warn wir dann in Delhi, dazu aber mehr von Eva.

PS: Da die upload Zeit fuer ein Foto fast 2h betraegt, werde ich von einer ausfuehrlichen Foto-Doku des wunderlichen Indiens leider Abstand nehmen muessen.

JP