Die Zeit sie verfliegt ach so schnell wenn man Spaß hat und Spaß haben wir hier unten, bei unseren lieben, wilden Freunden jede Menge. Nicht nur weil wir hier unten wie Könige oder gar Götter (ok, a wengal übertrieben) behandelt werden, auch weil wir allerhand lustiges unternehmen.
So waren wir u.a. im absolut grottenhäßlichen Städtchen Agra um uns das wunderschöne, wahrlich imposante Taj Mahal nebst Fort Agra anzuschauen. Beides sehr gut, könnte mir recht gut vorstellen, mir so ein schnuckeliges Mausoleum in mein Gärtlechen zu stellen oder nen geräumigen Harem mein eigen zu nennen (natürlich nur für unsere Enten, Eseln und Giraffen Schnucki).
Nächste Station war dann die lauschige Wüstenstadt Jaipur, auch bekannt als rosa Stadt. Rosa nicht etwa auf Grund der sexuellen Orientierung ihrer Einwohner, sondern auf Grund des Umstandes, das rosa in Indien die Farbe der Gastfreundschaft ist und der hiesige Maharatscha anno 18 irgendwas die gesamte Stadt rosa anpinseln lies. Anlass dazu war die Begrüßung der überaus freundlichen Briten, die den Maharatscha kurz darauf entmachteten.Sehenswert in Jaipur ist u.a. der Palast der Winde, der eigendlich nur aus einer imposanten, aber innen hohlen Fassade besteht, sowie die Forts die auf den Hügeln rings um die Stadt thronen. Alles sehr nett.
Citylife in Jaipur war auch durchaus ansprechend, hatten das Glück irgendeiner Hinduprozession, bei der es (so glaub ich) um Bananen und Lärm ging beizuwohnen, weiters wurden wir zu einer Hochzeit eingeladen (alles Wahnsinnige, hunderte Leute, Essen, Bühne, Pferde, 90'er Techno in voller Lautstärke aber kein Bier weit und breit), war sehr spannend.
Wir, dass sind übrigens nicht mehr nur Eva, Loraine und meine Wenigkeit sondern mittlerweile noch fünf weitere Franzaken, die teils schwer in Ordnung, teils etwas anstrengend sind.
Was noch? Seit letzter Woche sind wir jetzt offiziell fleißige Studenten. Studieren in Indien ist anders. Benotung erfolgt nur sekundär nach Leistung, der primäre Faktor zur Erlangung einer guten Note ist die Lautstärke und das Stimmvolumen des eigenen Sprachorgans.
Praktisch schaut das dann so aus: Der Professor (mit "Sir" anreden nicht vergessen) spricht ein - zwei Sätze, diese werden dann zum Anlass genommen wild herumzuschreien und ein wahres Feuerwerk überflüssiger Allgemeinplätze Richtung Professor zu schleudern. 20 Minuten später spricht der Prof. wieder ein - zwei Sätzchen und das Spiel startet von vorn.
Haben uns mittlerweile einigermaßen an unsre Hostels gewöhnt, sprich das hineinschmuggeln von Alkohol, Zigaretten und Fleisch (ja, Fleisch in jeglicher Form ist auch verboten) ist kein Problem mehr. Hab mich mit dem Hostelmanager angefreundet und hab mittlerweile sogar das Privileg, das Hostel nach 22h zu verlassen... huuuuuh. Der Nachteil an dem Ganzen ist das mittlerweile das ganze Hostel meine Zimmernummer kennt, und jeder Inder, dem es nach Zigarretten, Alkohol oder intercultural exchange lüstet, dieses auch aufsucht. Zumindest bei mir ist das so, Eva hat leider die Arschkarte gezogen und hockt mit drei Franzakinen in einer für indische Verhältnisse fast schon als luxuriös zu bezeichnenten Unterkunft fest, hat dafür aber keine Pardi nich.
Morgen gehts auf nach Jaisalmer, noch ne Wüstenstadt mit ganz vielen Kamelen und einem speziellen Kräutertrunk, der sehr bös sein soll. Werd ma mal sehn, hab mit einem lieben indischen Freund gewettet, das es mich nicht umhaut, nächste Woche wissen wir mehr.
2 Dinge möcht ich noch anmerken:
1. Allen die keine Email von mir kriegen, sorry aber das Internet bei mir is so arschlangsam, die E-mailschreiberei nervlich einfach nicht druckbar is.
2. Wie immer möchte ich alle "Rechtschreibfehler" als durchaus gewollte, stilistische Komponente meines sprachlichen Ausdrucks verstanden wissen.
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